Wunsch-und Traumphase

Nach den drei Meckerphasen, die am Dienstag strukturiert zu reflektiertem Feedback hingeführt haben, findet am Mittwochvormittag die Wunsch-und Traumphase statt. Sie umfasst etwa 100 Minuten. Dabei steht die Frage im Vordergrund: „Wie stelle ich mir eine Schule vor, die mir gefällt?“ Auf diese Weise wird eine Gegenwelt zur Kritik geschaffen und die Kinder formulieren ihre Kritik positiv in Wünsche um.

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler können Kritik und Beschwerden ins Positive kehren. Dabei lernen sie, zwischen Realität und Utopie zu unterscheiden und Alternativen zu erkennen und zu formulieren.

 

Ablauf

Eine zehnminütige Besinnung stimmt die Schülerinnen und Schüler auf den Tag ein. Im Sitzkreis liest die Lehrkraft den Kindern einen besinnlichen Text einer Fantasiereise zu besinnlicher Musik vor.

 

Dann beginnt die eigentliche Wunsch-und Traumphase. Mithilfe der Wortkarte „Zukunft“ erfolgt im Sitzkreis eine impulsgesteuerte Aussprache. Die Schülerinnen und Schüler werden darauf hingewiesen, dass es nun darauf ankommt, gegenwärtige Zustände an ihrer Schule zu verändern. Sie sollen sich dabei die Schule vorstellen, die ihren Wünschen entspricht.

 

In den nächsten 20 Minuten beschriften die Kinder Moderationskärtchen mit ihren Wunschvorstellungen und Veränderungsvorschlägen, die ihren Kritikpunkten vom Vortag (Meckerphase) entsprechen. Dabei werden sie dazu ermuntert, Alternativen zu ihrer Kritik zu finden und dabei ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Das Beschriften geschieht in Einzelarbeit.

 

Anschließend erfolgt eine Systematisierung der Verbesserungsvorschläge im Plenum, wobei nach denselben Kategorien wie in der Meckerphase unterschieden wird. Das heißt, die beschrifteten Karten werden auf den Rückseiten der Pinnwände unter den Bereichen „Unterricht“, „Organisation“, „Ausstattung“ und „Miteinander“ angeheftet und kommentiert. Hierbei ist mit einer Zeitdauer von etwa 15 Minuten zu rechnen.

 

Aus der Zusammenschau aller Wünsche und Träume soll nun gegenüber der Meckermauer das Traumschulhaus aufgebaut werden. Die Kinder teilen sich in vier Gruppen auf. Jede Gruppe übernimmt einen der vier Bereiche („Unterricht“, „Organisation“, „Ausstattung“, „Miteinander“) und diskutiert, welche Wünsche am wichtigsten für sie sind. Diese werden von der Gruppe auf Schuhkartons notiert. (Durchschnittlicher Zeitrahmen: 20 Minuten).

 

Nach der Diskussionsphase um das „Traumschulhaus“ präsentieren die Schülerinnen und Schüler vor den Pinnwänden „ihre“ Kartons, die sie mit ihren Wünschen beschriftet haben und begründen, warum sie genau diese Wünsche ausgewählt haben. Die Präsentationsphase umfasst etwa 10 Minuten.

 

Die letzten 20 Minuten der Einheit bilden den Höhepunkt der Wunsch-und Traumphase: Gemeinsam bauen die Kinder ihr Traumschulhaus auf, d. h. die beschrifteten Kartons werden zu einem Traumschulhaus aufeinander gestellt und anschließend mit der Meckermauer verglichen. Mit dieser Visualisierungstechnik wird die Gegenwelt zwischen der Kritik vom Vortag und den erarbeiteten Lösungsvorschlägen kindgerecht verdeutlicht und begreifbar gemacht. Die Kinder realisieren: Kritik alleine genügt nicht, um etwas zu verändern. Man muss sich aktiv Gedanken machen, wie man ein Problem lösen kann. Ob die Ideen umsetzbar sind, wird in der anschließenden Realitätsphase thematisiert.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Wunsch-und Traumphase“ finden Sie hier als PDF.