Meckerphase I

Nach der Einführung in die Arbeitsmethode am Anreisetag umfasst der Dienstag die drei „Meckerphasen“, in denen die Schüler dazu angeleitet werden, strukturiert Kritik zu äußern und diese zu reflektieren. Während „Meckerphase I“ den Vormittag einnimmt, werden „Meckerphase II“ und „Meckerphase III“ idealerweise für den Nachmittag und frühen Abend geplant. Als Ausgleich können körperliche Aktivitäten, wie zum Beispiel Schwungtuchspiele zwischen „Meckerphase II“ und „III“ geplant werden.

„Meckerphase I“ bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihrem Unmut über mögliche Missstände unzensiert Ausdruck zu verleihen.

 

Kompetenzen

Im Rahmen der „Meckerphase I“ sollen die Schülerinnen und Schüler gemäß dem Leitgedanken „Was konkret stört/ärgert mich an meiner Schule?“ ihre Kritik angemessen und sachlich vortragen. Dabei gilt, die Regeln für eine verletzungsfreie und wertschätzende Gesprächsatmosphäre sowie einen angemessenen Wortschatz zu achten. Die Schülerinnen und Schüler können Redebeiträge bewusst aufnehmen und sprachlich darauf reagieren.

 

Ablauf

Zur Tageseinstimmung können anfangs für etwa 15 Minuten Aufwachspiele gespielt werden. Anschließend wird im gelenkten Lehrer-Schüler-Gespräch im Sitzkreis noch einmal kurz auf den Begriff „Zukunftswerkstatt“ eingegangen, der am vorherigen Tag definiert und an der Tafel festgehalten wurde. Damit wird noch einmal deutlich gemacht, dass die Zukunftswerkstatt ein Gemeinschaftsprojekt ist und nur mit der Teilhabe aller gelingen kann.

 

Nach dieser „Aufwärmphase“ initiiert der Moderator die Meckerphase und erläutert deren Ziel. Er fordert Schülerinnen und Schüler auf, alles was sie an ihrer Schule stört oder ärgert, zu äußern. Grundsätzlich sind sämtliche kritischen Anmerkungen erlaubt, auch emotionale Äußerungen werden zugelassen; trotzdem sollen die Redebeiträge der Kinder angemessen sein. Dies geschieht im Klassenunterricht, wobei der Moderator das Gespräch mittels Leitfragen und Impulsen steuern wird. Diese Einstiegphase, in der das Ziel der Meckerphase erklärt wird, umfasst etwa 15 Minuten.

 

Mittels Frontalunterricht erläutert der Moderator in einer etwa 15-minütigen Episode die „Spielregeln“ für das „Meckern“, die er auf Flipchart für alle sichtbar notiert. Ganz allgemein gilt, dass jede einzelne Karte wichtig ist; damit wird den Schülerinnen und Schülern verdeutlicht, dass ihre Kritik angenommen und ernst genommen wird. Die Kritik auf den Karten soll konkret und kurz sein, die Kinder sollen deutlich und groß schreiben. Weiterhin macht der Moderator deutlich, dass keine Schimpfworte oder Personalisierungen (Namensnennungen oder spezifische Kritikpunkte) verwendet werden dürfen.

 

Nach einigen Zurufen der Schülerinnen und Schüler werden diese gebeten, ihre Kritik in Form von Stickpunkten auf Moderationskärtchen zu notieren. Die Zahl der Kärtchen ist (zunächst) nicht begrenzt. Die Schülerinnen und Schüler sollen jedoch nicht gleich losschreiben, sondern erst kurze Zeit überlegen. Das Beschriften der Karten erfolgt in Einzelarbeit; die Schülerinnen und Schüler verlassen den Sitzkreis und verteilen sich im Raum so, dass jeder ungestört seine Karten beschriften kann. Dieser Abschnitt umfasst etwa 30 Minuten.

 

Der vorletzte Abschnitt der „Meckerphase I“ erfolgt im Plenum: Die Kinder lesen sich ihre Kritikpunkte abwechselnd vor und legen die Karten in die Mitte des Sitzkreises spiralförmig ab. Kurze Kommentare der Autoren sind erwünscht (Zeitrahmen ca. 15 min).

 

Nachdem alle „Meckerkarten“ auf dem Boden ausgelegt sind, erhalten Schülerinnen und Schüler in einer letzten Reflexionsphase Gelegenheit, die Kartensammlung zu betrachten und Auffälligkeiten zu benennen. Sind manche Kritikpunkte mehrmals vorhanden? Gibt es Kritik, die gegen die vorher formulierten Regeln verstößt oder die unklar formuliert ist? Passt manche Kritik möglicherweise gar nicht zum Thema? Diese Fragen werden in einer finalen Aussprache thematisiert.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Meckerphase I“ finden Sie hier als PDF.