Waldkraiburg heute: Integration und Inklusion statt Separation

Die Projektwoche in Waldkraiburg behält im Rahmen der zeitgeschichtlichen Perspektive auch immer die Gegenwart im Blick. In dieser Einheit wird ein breiter Bogen zu gesellschaftspolitischen Themen von Heute geschlagen. Dadurch bekommen die Jugendlichen viele Gelegenheiten, einen Transfer von der Vergangenheit zu aktuellen Themen zu leisten.

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sammeln Kenntnisse über demokratische Institutionen in einer modernen Demokratie. Sie lassen sich ihre eigenen Rechercheergebnisse durch Daten des Einwohnermeldeamtes bestätigen. Sie lernen verschiedene Formen von Behinderung kennen und erhalten Kenntnisse über die Auswirkungen bestimmter Behinderungen. Die Jugendlichen erhalten Einsicht in die Notwendigkeit von staatlichen Strukturen. Sie können nachvollziehen, wie weitverbreitet Formen von Behinderung sind und welche Einschränkungen Behinderungen mit sich bringen. Die Schülerinnen und Schüler erstellen Aktionspläne und erleben Behinderungen konkret durch „simulierendes Lernen“.

 

Ablauf

Der erste Abschnitt dieser Einheit widmet sich dem Thema „Zusammenleben verschiedener Nationalitäten“. Im Sinne von „Lernen vor Ort“ werden die Jugendlichen vom Bürgermeister persönlich im Rathaus empfangen. Dort lernen sie demokratische Institutionen kennen, die zum Gelingen einer modernen Demokratie vonnöten sind, wie zum Beispiel Bildungseinrichtungen, politische Institutionen etc. In der Projektwoche haben die Schülerinnen und Schüler mehrere Beispiele kennen gelernt, bei denen Menschen ihre Heimat verlassen mussten: Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge wurden von einem verbrecherischen Regime verschleppt, andere wurden gezwungen, ihre Heimat aufzugeben. Beim Zeitzeugengespräch berichteten auch zwei junge Zuwanderer über ihren Neuanfang in Deutschland. Die Jugendlichen erfahren, wie Demokratien mit Flüchtlingen umgehen sollten und stellen einen Bezug zu ihrer eigenen Lebenswirklichkeit her.

 

Des Weiteren erhalten die Jugendlichen in einem Vortrag durch den Bürgermeister Informationen über die Zusammensetzung der Waldkraiburger Bevölkerung. So vergleichen sie ihre eigenen Ergebnisse der Wochenmarktumfrage mit den offiziellen Zahlen des Einwohnermeldeamts der Stadt. Es wird deutlich, wie friedlich und harmonisch 70 verschiedene Nationalitäten in Waldkraiburg zusammenleben.

 

Der zweite große Themenblock behandelt die „Inklusion von Menschen mit Behinderung“. Ein einstündiger Vortrag zum Thema „Was ist Behinderung?“ erhalten die Schülerinnen und Schüler Informationen zu weitverbreiteten Formen von Behinderung, wie zum Beispiel Epilepsie. Bei der Beschäftigung mit den NS-Krankenmorden haben die Jugendlichen erfahren, dass die Nationalsozialisten ein Leben mit Behinderung als „lebensunwert“ ansahen. Gleichzeitig konnten sie in der Stiftung Ecksberg aber auch erleben, wie heute Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes und sinnvolles Leben führen.

 

Anschließend können die Schülerinnen und Schüler anhand eines Parcours verschiedene Formen von Beeinträchtigungen hautnah erleben. Sie erhalten z. B. spezielle Brillen die den sogenannten Röhrenblick simulieren. Anschließend müssen sie versuchen, auf einer Karte verschiedene Orte zu lokalisieren. Für den Simulationsparcours sollten Sie ungefähr eine Stunde einplanen.

 

Den Abschluss der Einheit bildet eine Gruppenarbeit, in der die Jugendlichen zusammen einen Aktionsplan für einen Mitschüler erstellen, der durch einen Sportunfall gelähmt ist. Sie arbeiten heraus, wie ihrem Mitschüler der Schulbesuch an einer normalen Regelschule ermöglicht werden kann und wie sie selbst dazu beitragen können.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Waldkraiburg heute: Integration und Inklusion statt Separation“ finden Sie hier als PDF.

 

Für die Erstellung des Aktionsplans liegen folgende Materialien vor:

Folgende Materialien werden benötigt:

  • Simulationsmaterial (Rollstühle, Spezialbrillen, etc.)
  • Flipchart und Bögen