Demokratische Kompetenzen

Demokratie bedeutet nicht, dass keine Probleme auftauchen. Demokratie heißt aber, Probleme werden gemeinsam überwunden. Verschiedene Meinungen, kontroverse Diskussionen um den richtigen Ansatz – all das gehört zur demokratischen Entscheidungsfindung. Schließlich entdecken die Schülerinnen und Schüler gemeinsam den Weg zur Lösung. Das erleben die Teilnehmenden gleich zu Beginn der Projektwoche. Als „Expeditionsgruppe“ erkunden sie unbekanntes Gebiet und müssen verschiedene Aufgaben gemeinsam lösen. Die Übungen sind so konzipiert, dass eine Lösung zwar anspruchsvoll ist, aber immer auch gemeinsam erreicht werden kann.

 

Kompetenzen

Auf der affektiven Ebene erleben die Schülerinnen und Schüler gruppendynamische Prozesse. Sie reflektieren kritisch ihre eigenen Handlungsweisen und erhalten Einsicht in die Notwendigkeit von Mehrheitsentscheidungen Sie verstehen, warum eine konstruktive Lösung von Konflikten sinnvoll ist und dass demokratische Entscheidungsprozesse anderen Entscheidungsformen vorzuziehen sind. In Hinblick auf methodische Aspekte üben die Schülerinnen und Schüler Selbstorganisation. Sie erkennen Stärken und Schwächen und nehmen eine entsprechende Aufgabenverteilung vor. Sie üben solidarische Zusammenarbeit sowie demokratische Handlungsweisen ein.

 

Ablauf

Nach einem Warm-Up und der Gruppeneinteilung finden in den ersten 45 Minuten der Einheit kleinere erlebnispädagogische Übungen statt. In diesen gelenkten Übungen müssen sich die Schülerinnen und Schüler selbst organisieren. Zum Beispiel stehen sie auf Baumstämmen und müssen sich umsortieren, oder sie fassen sich an den Händen und gehen möglichst weit auseinander.

 

Anschließend findet ein Ortswechsel statt: In der Gruppe versuchen die Jugendlichen, gemeinsam einen Stab abzulegen, den sie als Gruppe auf ihren Fingern balancieren. Gar nicht so einfach! Dies gelingt nur, wenn alle aufeinander hören und sich aufeinander abstimmen. Diese kleinere Übung dauert in der Regel etwa 15 Minuten und dient als Hinführung zur anschließenden Großübung.

 

Daraufhin folgt eine Großübung für die ganze Gruppe: Bei der „Innüberquerung“ geht es darum, in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit einen imaginären Fluss – den Inn – zu überqueren. Dazu sind mehrere Plattformen bereits aufgebaut und die Schülerinnen und Schüler müssen mit Hilfe von bereitliegenden Balken sich einen Weg auf die andere Seite bahnen. Um die solidarische Zusammenarbeit zu fördern, werden zwei Jugendlichen die Augen verbunden; die anderen müssen ihnen dabei helfen, auf die andere Seite zu gelangen. Ab einer bestimmten Spielphase dürfen die Jugendlichen nicht mehr miteinander sprechen. Sie müssen sich stumm verständigen – und in ihre Kommunikation auch die „Blinden“ mit einbeziehen. Für die Großübung sollten Sie ungefähr eine Stunde Zeit einplanen.

 

Nach einer 30-minütigen Pause folgt eine weitere Großübung: das „Spinnennetz“. Hierbei geht es darum, gemeinschaftlich ein überdimensionales Spinnennetz zu durchqueren, ohne dabei die Fäden des Netzes zu berühren. Auch darf durch jedes Loch nur eine einzige Person schlüpfen. Diese Übung dauert ebenfalls eine Stunde.

 

Zum Abschluss der Einheit reflektieren die Jugendlichen die Übungen im offenen Gespräch (Dauer: ca. 30 Minuten).

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Demokratische Kompetenzen“ finden Sie hier als PDF. Die Anleitung zur Übung “Spinnennetz” wird unter diesem Link zur Verfügung gestellt.

 

Einen Überblick über die benötigten Materialien erhalten Sie hier:

  • Stab, Plattformen und Balken, Augenbinden, blaue Schnüre
  • Stab, Netz mit Halterung, Bodenmatte