Demokratische Werte IV

Den Abschluss der Reihe „Demokratische Werte“ bildet der Zeitzeugenbericht einer DDR-Zeitzeugin, die über ihre persönlichen Erfahrungen aus dem Leben in der DDR-Diktatur berichtet. Die Referentin war zum Zeitpunkt ihrer Fluchtversuche aus der DDR genauso alt wie die Schülerinnen und Schüler heute– dadurch finden die Jugendlichen rasch einen Zugang zu dem Thema und stellen schnell Fragen, die sie selbst bewegen.

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen verfolgen aktiv, wie die Zeitzeugin über ihre Jugendjahre in der DDR erzählt und auf eindringliche Weise darstellt, wie sie sich mit dem diktatorischen Staat zur Gewinnung der eigenen Freiheit auseinandersetzen musste. Die Jugendlichen erfahren die „Besessenheit nach Freiheit“ anhand der 13 Fluchtversuche sowie dem Eigenbau eines zerlegbaren Leichtflugzeuges sowie letztlich die zwangsweise Ausweisung von Ines-Andrea Seemüller aus der DDR. Die Jugendlichen arbeiten anhand des Gehörten heraus, was Verantwortungsübernahme, familiärer Zusammenhalt und das konsequente Verfolgen eines Zieles für sie persönlich bedeutet. Sie haben die Möglichkeit, Fragen zu den Erlebnissen der Zeitzeugin zu stellen.

 

Ablauf

Der Bericht der Zeitzeugin ist ein beamergestützter Vortrag mit Originaldokumenten und Fotos. Im Anschluss an den eigentlichen Vortrag können Fragen gestellt und einzelne Aspekte diskutiert werden. Insgesamt dauert der Abschnitt etwa 100 Minuten. Der Inhalt des Vortrags soll im Folgenden kurz skizziert werden:

 

Zeitzeugenbericht: „Der Duft der Freiheit in der dicken Luft der Diktatur“
Eine Familie kämpft mitten im totalitären Staat verbissen um ihre Freiheit. Es werden insgesamt 13 Fluchtversuche entlang des „Eisernen Vorhangs“ (DDR, Ungarn, Rumänien, Bulgarien) unternommen. Dazu zählen Fluchtversuche mittels Fluchthelfer, über die „grüne Grenze“ tauchend durch die Donau, der Versuch als „Blinde Passiere“ über das Schwarze Meer zu fliehen, allesamt bringen keinen Erfolg. Zurück zu Hause beschließt die Familie selbst ein zerlegbares Flugzeug zu bauen, das kurz vor der Grenze heimlich in der Nacht zur Flucht montiert werden soll, eine Bierflasche zerreißt beim Start den Reifen. Unentdeckt gelangt die Familie nach Hause, setzt sich fortan mit der Gesetzeslage auseinander und meldet den Bau des Flugzeuges an. Repressalien folgen sowie ein zweijähriger Petitionskampf gegen das Regime der DDR mit dem Ergebnis, dass die Familie vom Ministerrat persönlich zwangsweise aus der DDR ausgewiesen wird.

 

Der authentische Bericht der Zeitzeugin schafft einen unmittelbaren Zugang zur Thematik und verdeutlicht auf beklemmende Weise, welche Bedeutung die freiheitlich-demokratischen Grundrechte für unser Leben haben.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Demokratische Werte IV“ finden Sie hier als PDF.

 

Folgende Materialien finden in der Einheit Gebrauch:

  • Begleitbuch „Besessen nach Freiheit“, zu beziehen bei Landeszentrale für politische Bildung in München
  • Beamer, Leinwand, Originaldokumente der Zeitzeugin

 

Die Kontaktdaten der Zeitzeugin erhalten Sie über den zuständigen Ansprechpartner des Wochenkurses.