Demokratische Werte III

Der vorliegende Abschnitt knüpft thematisch an die ersten beiden Einheiten des Wochenkurses an, in denen durch das provokante Rollenspiel mit einem Diktator demokratische Werte verdeutlicht und im Anschluss demokratische Regeln aufgestellt wurden. Nun vergleichen die Schülerinnen und Schüler erneut Demokratien und Diktaturen, indem sie sich mit dem Grundgesetz und der Bayerischen Verfassung beschäftigen und anhand des erschreckenden Berichtes einer Zeitzeugin der DDR-Diktatur erfahren, was demokratische Freiheit bedeutet.

 

Kompetenzen

Nach den bereits gewonnenen Erfahrungen zu Demokratie und Diktatur erarbeiten sich die Jugendlichen weitere Kenntnisse über das Grundgesetz sowie die Bayerische Verfassung. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten Bürgerrechte und –pflichten heraus und begreifen dabei die Notwendigkeit einer nachhaltigen Partizipation. Sie erkennen dabei die Wertigkeit einer demokratischen Gesetzesstruktur und merken, wie kostbar Freiheit und Chancengleichheit sind und welche individuellen Entwicklungsmöglichkeiten eine demokratische Grundordnung bietet. Es wird klar: Demokratie ist schützenswert!

 

Ablauf

Zu Beginn knüpft die Lehrkraft an die vorangegangene Kooperationsübung („Polarexpedition“) an und stellt die Frage, wie die bisherigen Erlebnisse im Seminar mit dem Begriff des „Menschenbildes“ verbunden werden können. Ziel ist es, am Ende den Begriff „Menschenwürde“ zu erarbeiten. Dies kann in Teamarbeit in Kleingruppen wie auch im Plenum geschehen. Es stehen ein Flipchart, das Grundgesetz sowie die Bayerische Verfassung zur Verfügung. Für diese Hinführung zum Begriff „Menschenwürde“ sollten Sie ca. 20 Minuten einplanen.

 

Mithilfe eines Kurzfilms wird der theoretische Anfangsteil vertieft (Filmtitel:„Säulen der Würde“). Der Film dauert insgesamt ca. 30 Minuten.

 

Anschließend wird gemeinsam der Begriff der „Menschenwürde“ , Art.1 GG, anhand der Filme erörtert. Der Begriff der „Grundrechte“ wird erklärt. Im Laufe der Diskussion wird deutlich, dass Grundrechte auch Pflichten bedingen. Auch der Begriff der „Bürgerrechte“ wird gemeinsam erarbeitet und die Wechselwirkung zwischen Rechten und Pflichten anhand konkreter Beispiele aufgezeigt. Dies kann in Form von Vorträgen, Diskussionsrunden sowie in Gruppen-oder Einzelarbeit erfolgen. Der Seminarleiter hat dabei vor allem eine moderierende Funktion (Dauer: ca. 20 Minuten).

 

Dann können die Jugendlichen in einer Teamarbeit zum Grundgesetz und der Bayerischen Verfassung aktiv werden. Sie sollen Grundrechte im Grundgesetz und in der Bayerischen Verfassung und Beispiele für diese Rechte aus ihrem eigenen Alltag finden. Verschiedene Moderationskarten dienen der Veranschaulichung: Grundrechte schreiben die Jugendlichen auf grüne, Bürgerpflichten auf gelbe und Beispiele auf weiße Karten. Ihre Ergebnisse präsentieren sie anschließend im Plenum. Der aktive Part der Jugendlichen umfasst eine Dauer von etwa 50 Minuten.

 

Erneut dienen Kurzfilme zur Vertiefung der erarbeiteten Themen. Folgende Filme stehen nun auf dem Programm: „Statt wegsehen – helfen“ und „Statt anprangern – engagieren“. Für die filmische Zwischensequenz können Sie ca. 30 Minuten einplanen.

 

Das Ende der Einheit bildet ein Referentengespräch mit einer Zeitzeugin der DDR, die in ihrem Vortrag „Grundrechte in der DDR und der Umgang damit“ erneut einen Gegenpol zur Demokratie herstellt und damit die Bedeutung der fundamentalen Rechte jedes Einzelnen verdeutlicht. Das Gespräch dauert in der Regel eine Stunde. Ziel des vorliegenden Moduls ist es, bei den Jugendlichen Verständnis zu den Grundrechten und den daraus erwachsenden Verpflichtungen zu erwirken.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Demokratische Werte III“ finden Sie hier als PDF.

 

Eine Übersicht über die Materialien finden Sie hier:

 

  • Material 1: Flipchart samt Stiftmaterial, Moderationskärtchen
  • Material 2: Grundgesetzes und Bayerische Verfassung, zu beziehen in der Landeszentrale für politische Bildung München
  • Material 3: Filme: „Säulen der Würde“ „Statt wegsehen – helfen“; „Statt anprangern – engagieren“ oder ähnliche, Bezug bei der Landeszentrale für politische Bildung in München

Die Kontaktdaten der Zeitzeugin erhalten Sie über den zuständigen Ansprechpartner des Wochenkurses.