Demokratische Werte II

Nach dem provokativen Rollenspiel, das mit dem Erleben diktatorischer Strukturen für die wesentlichen Grundrechte in einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat sensibilisieren sollte, erarbeiten sich die Jugendlichen nun gemeinsam ihr eigenes Regelwerk. Ziel ist es, dass die Jugendlichen eine demokratische Entscheidung in eigener Verantwortung durchführen.

 

Kompetenzen

Nach der Erfahrung zum Gegenpol „Diktatur“ bekommen die Jugendlichen einen geschärften Blick auf ihre demokratische Lebenswelt. Mit Absetzung des „Diktators“ erfolgt eine bewusste Ablehnung dieser historischen Gesellschaftsform und Orientierung zu Demokratie. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten gemeinsam ein Regelwerk; dies stärkt den Teamgeist und die gemeinschaftliche Verbundenheit. Die Jugendliche setzen sich mit Grundsätzen der Mehrheitsentscheidung auseinander. Es erfolgt eine Bezugnahme zum Wahlverfahren und der Chance von demokratischen Wahlen.

 

Ablauf

Der gesamte Abschnitt dauert etwas länger als zwei volle Stunden. Zu Beginn soll ein gemeinsames Regelwerk erarbeitet werden. Die allgemeinverbindliche Regelung wird in Teamarbeit in Kleingruppen erarbeitet. Zuerst werden im Plenum die verschiedenen Themenblöcke auf Flipchart vorgestellt: „Der Einzelne und die Gruppe“; „Rechte und Pflichten“, „Gesprächs- und Konfliktkultur“ sowie „Wahlen und Wahlverfahren“. Für die anschließende Teambildung kann man gerne auf die Gruppenbildung aus Einheit I zurückgreifen. Während der Gruppenarbeit können die Jugendlichen ihre Gedanken auf Moderationskärtchen festhalten. Dieser Abschnitt umfasst etwa 35 Minuten.

 

Nach der Arbeit in Kleingruppen präsentiert jedes Team seine Ergebnisse im Plenum. Die Jugendlichen diskutieren gemeinsam anhand ihrer Moderationskarten, welche Übereinstimmungen es gibt, welche Aspekte noch ergänzt werden können und welche Begründungen es für die Aufstellung von Regeln es gibt. (Für diese Diskussion sollten Sie ca. 40 Minuten einplanen).

 

Schließlich folgt der wichtigste Teil der Einheit: Über das Regelwerk soll zum Schluss noch demokratisch abgestimmt werden! Wesentlich ist hierbei, dass die Seminarleitung nur als Moderator fungiert und die Jugendlichen die Protagonisten sind. Anhand Art. 38 GG wiederholen die Jugendlichen Basiswissen zu den Wahlrechtsgrundsätzen. Diese wenden sie im Anschluss auf ihre eigene Wahl direkt an. Als Materialien stehen das Flipchart mit Wahlgrundsätzen, eine Wahlurne (Schachtel) sowie Trennwände und das Grundgesetz zur Verfügung.

 

Im Laufe des gesamten Prozedere wiederholen und vertiefen die Jugendlichen ihr Basiswissen über Wahlen allgemein, deren Bedeutung innerhalb einer demokratischen Regierung, die Wahlverfahren und die Arten von Wahlentscheidungen. Die Schülerinnen und Schüler treffen für ihr Regelwerk selbst eine Entscheidung über das Wahlverfahren (offen oder geheim, schriftlich oder per Handzeichen und wie Mehrheiten gebildet werden). Abgestimmt wird im offenem Plenum; eventuell werden mehrere Wahlgänge durchgeführt. Für den gesamten Abstimmungs-Prozess sollten Sie ca. 60 Minuten einplanen.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Demokratische Werte II“ finden Sie hier als PDF.

 

Die benötigten Materialien sind hier noch einmal gesammelt aufgeführt:

  •  Flipchart samt Stiftmaterial, Moderationskärtchen und farbigen Aktionspunkten, Stellwände mit Pinwand, Wahlurne
  •  Ausgabe des Grundgesetzes, zu beziehen bei der Landeszentrale für politische Bildung München