Demokratische Werte I

Der erste Baustein soll für die Bedeutung des Grundgesetzes und unsere Verfassung sensibilisieren. Nach der Anreise beginnt der Wochenkurs mit der üblichen, „gewohnten“ Vorstellung, Teameinteilung und Besprechung des Wochentagebuchs. Unvorbereitet folgt der Auftritt eines „Diktators“, der die Atmosphäre grundlegend verändert. Daraufhin werden die Jugendlichen in ein Rollenspiel integriert, in dem sie diktatorische mit demokratischen Strukturen vergleichen können.

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler erleben im Rollenspiel einen Diktator, der durch Vorgabe von Regelwerken ihre Freiheiten beschränkt. Sie setzen sich kritisch mit diktatorischen Strukturen auseinander und vergleichen diese Situationen mit ihrem eigenen Lebensbild. Grundwerte der Demokratie werden am „Negativbeispiel“ Diktatur erlebbar.

 

Ablauf

Zu Beginn der ersten Kurseinheit finden sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Stuhlkreis zusammen. Am Anfang werden die Referenten sowie das Wochenprogramm vorgestellt. Auch die Jugendlichen bekommen Gelegenheit, sich vorzustellen. (Dauer ca. 25 Minuten).

 

Anschließend folgt ein etwa 45-minütiger Abschnitt, in dem verschiedene Teams gebildet werden. Dies geschieht mittels farbiger Klebepunkte, die vorab unter den Stühlen angebracht wurden. In den Kleingruppen stimmen die Schülerinnen und Schüler über eine Teamleitung ihrer Gruppe ab. Im Plenum wird anschließend diskutiert, welche Aufgaben ein Teamleiter hat. Diese Punkte werden in gemeinsamer Absprache auf Flipchart fixiert. Schließlich folgt im Plenum die Einführung in das Wochentagebuch, in dem die Schülerinnen und Schüler ihre Erlebnisse und Eindrücke festhalten können.

 

Inmitten dieser Stimmung demokratischer Entscheidungsfindung tritt unerwarteterweise ein Referent in der Rolle als „Diktator“ auf. Ziel ist, mit militärischem Verhalten und Androhung von „Sanktionen“ einen fühlbaren Kontrast zu schaffen. Der „Diktator“ tritt in Uniform vor die Schülerinnen und Schüler erwartet den Antritt zum „Appell“. Er verordnet ein Regelwerk, das auf Flipchart fixiert wird und fordert eine schriftliche Einverständniserklärung der Schülerinnen und Schüler. Es wird gedroht, dass bei Weigerung die Handys eingezogen werden. Hierfür steht eine verschließbare Schachtel bereit. Des Weiteren besteht ein Verbot, den Raum zu verlassen. Auf diese Weise soll bei den Schülerinnen und Schülern das Bedürfnis nach Widerstand geweckt werden. Der Auftritt des „Diktators“ dauert erfahrungsgemäß ca. 25 Minuten.

 

Das Rollenspiel wird dann sukzessive aufgelöst, indem der „Diktator“ abgesetzt und das Regelwerk verworfen wird. Im Plenum thematisieren die Jugendlichen das Erlebte analysieren gemeinsam ihr Verhalten im Rollenspiel. Dabei wird auch zur deutschen Geschichte sowie zu aktuellen Themen Bezug genommen. Ziel der abschließenden Diskussion ist es, Demokratie von Diktatur abzugrenzen und das Verständnis für die Demokratie zu fördern.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Demokratische Werte I“ finden Sie hier als PDF.

 

 

Die Materialien, die Sie für die Einführungsphase benötigen, sind hier noch einmal kurz aufgelistet:

  • Material 1: Uniform für Person, die „Diktatorrolle“ übernimmt, verschließbare Schachtel
  • Material 2: Computerarbeitsplatz
  • Material 3: Flipchart samt Stiftmaterial, Moderationskärtchen und farbige Aktionspunkte

 

Referent in der Rolle als „Diktator“ (Die Kontaktdaten erhalten Sie über den zuständigen Ansprechpartner des Wochenkurses).