Nachbar Tschechien II: Exkursion ins bayerisch-tschechische Grenzgebiet

Wie können Jugendlichen den Wert eines grenzenlosen Europas besser begreifen, als an einem Ort, der für jahrzehntelange Trennung und gegenseitiges Misstrauen steht? Im Rahmen einer Exkursion an den Gipfel des Čerchov, einem geschichtsträchtigen Ort inmitten des bayerisch-tschechischen Grenzgebietes, erfahren die Jugendlichen, welche positiven Folgen die Öffnung der Grenzen mit sich brachte. Seit der Nutzung durch die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg blieb das Gebiet um den Čerchov jahrelang für die Menschen unzugänglich. Nach dem Krieg nutzten die sowjetische Armee und die Staatssicherheit der DDR die Stellung auf dem Čerchov als Abhörstützpunkt. Dass sich aus diesem Schauplatz heute ein Ort der Begegnung wurde, der für Tschechen wie Deutsche vielfältige Freizeitmöglichkeiten bietet, ist der europäischen Integration zu verdanken.

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler lernen die Grenzregion kennen. Sie besuchen eine ehemalige Grenzanlage und werden sich der Bedeutung der EU bewusst. Sie erkennen, dass das heutige Europa keine Selbstverständlichkeit ist, sondern vielmehr das Ergebnis früherer Ereignisse und darüber hinaus, dass Europa ganz nah ist. Die Jugendlichen stellen fest, dass Europa mehr als nur Politik ist, dass Europa auch auf gesellschaftlicher Ebene erfolgt. Den Schülerinnen und Schülern wird bewusst, welche Vorteile die EU mit sich bringt.

 

Ablauf

Zum Einstieg zeigt die Lehrkraft einen kurzen Film der Bundeszentrale für politische Bildung über die gesellschaftliche Partizipation in Europa. Der Filmtitel lautet: „Europas Zivilgesellschaft“. Hier wird die Erkenntnis angebahnt, dass Europa mehr als nur Politik ist. Der Filimpuls dauert ca. 30 Minuten.

 

Ausgestattet mit ein paar grundlegenden Sprachkenntnissen vom Tschechisch-Crashkurs vom Vortag geht es für die Schülerinnen und Schüler mit dem Bus in das bayerisch-tschechische Grenzgebiet. In Begleitung eines Zeitzeugen fahren sie auf den Gipfel des Čerchov, der ihnen eindrucksvoll und anschaulich von der Geschichte des Berges, vom alten Misstrauen zwischen den Nachbarn, aber auch von neu entstandenen Freundschaften. Beim Rundgang über den Berg erleben die Jugendlichen hautnah, dass aus einem ehemaligen Ort der Teilung ein Naherholungsgebiet geworden ist, das persönliche Begegnungen zwischen den Nachbarn ermöglicht. Der Čerchov ist damit ein authentischer Lernort. Darüber hinaus sehen die Schülerinnen und Schüler, wie dieser historische Ort von der tschechischen Bevölkerung genutzt wird. Sie können in der Gaststätte auf dem Čerchov Essen und Getränke erwerben.

 

Wenn noch genügend Zeit übrig ist, kann ein kleiner Zwischenstopp in einem Ort gemacht werden, so dass die Schülerinnen und Schüler auch den Alltag in Tschechien etwas beobachten und erleben können.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Den Film „Europas Zivilgesellschaft“ (Film der bpb) können Sie über folgenden Link beziehen: http://www.bpb.de/mediathek/774/europas-zivilgesellschaft

 

Die Kontaktdaten des Zeitzeugen sowie eines Busunternehmens vor Ort erhalten Sie über den zuständigen Ansprechpartner des Wochenkurses.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Nachbar Tschechien II“ finden Sie hier als PDF.

 

Sämtliche Materialien des Wochenkurses erhalten Sie hier komprimiert als Zip-Datei.