Gruppenregeln für den Wochenkurs – erster Teil

Nach der Anreise stellen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam Gruppenregeln für die gemeinsame Zeit in der Kurswoche auf. Darüber hinaus beschäftigen sie sich bereits intensiv mit dem Begriff der Demokratie. Da das Folgemodul „Demokratie und Europa I“ zweigeteilt wird, d.h. am besten auf den Vor-und Nachmittag verteilt wird, wird im Folgenden neben den Gruppenregeln auch auf den ersten Abschnitt von „Demokratie und Europa I“ eingegangen.

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass ein geregeltes Miteinander die Basis für ein gelingendes Zusammenleben ist. Sie erkennen die Notwendigkeit von Kompromissen und setzen sich mit Verhaltensregeln auseinander.

Die Jugendlichen verstehen, dass ein gutes Miteinander auch in einer Gesellschaft notwendig ist und dies am besten mit der Staatsform der Demokratie erreicht werden kann. Sie setzen sich kritisch-hinterfragend mit dem Begriff Demokratie auseinander und übertragen den Begriff Demokratie auf den Alltag und die Gesellschaft. Die Schülerinnen und Schüler verstehen die Bedeutung der Demokratie. Sie können in Gruppen Ergebnisse erarbeiten und diese präsentieren.

Die Schülerinnen und Schüler eignen sich Wissen über die verschiedenen Demokratietypen an, lernen die Demokratie abzugrenzen, sehen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den verschiedenen Demokratieformen, vertiefen ihr Wissen über die in Deutschland vorherrschende Demokratie und sehen die Vor- bzw. Nachteile der Demokratie.

 

Ablauf

Die Einheit zur Erstellung der Gruppenregeln beginnt mit einem etwa 10-minütigen Rollenspiel. Zwei Schüler schlüpfen jeweils in die Rolle eines Redakteurs bei OTV. Sie streiten sich, wer seinen Beitrag in voller Länge senden darf. Am Ende versuchen sie eine gemeinsame Lösung zu finden. Hierfür liegen vorgefertigte Rollenkarten bereit.

 

Daraufhin initiiert die Lehkraft ein gelenktes Unterrichtsgespräch, in dem ein Brainstorming stattfindet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erarbeiten gemeinsame Gesprächsregeln bzw. Demokratieregeln für den Aufenthalt in Gleißenberg. Diese werden an geeigneter Stelle aufgehängt. Dies dauert in der Regeln circa 25 Minuten.

 

Es folgt ein Impuls durch die Lehrkraft, der die Einheit „Demokratie und Europa I“ anstößt. Die Lehrkraft legt eine Folie auf, mit Hilfe derer die Schülerinnen und Schüler auf den Begriff „Demokratie“ kommen sollen und idealerweise erkennen, dass die Demokratie die beste Staatsform ist. Um diese Erkenntnis anzubahnen, stellt die Lehkraft die Fragen, mit welcher der auf der Folie abgebildeten Staatsformen die obigen Regeln am leichtesten verwirklicht werden können und was Demokratie ist. Die Lehkraft kann dabei auch auf zwei Zitate von Winston Churchhill und Heinrich Brüning auf Folie zurückgreifen (Folie 1).

 

Die Schülerinnen und Schüler werden in Gruppen von ca. 4-8 Personen eingeteilt, je nach Anzahl der Jugendlichen. In diesen Gruppen erarbeiten die Jugendlichen „Was uns zum Wort Demokratie einfällt…“. Hierzu beschriften sie ein Plakat, das sie anschließend im Plenum präsentieren. Die Plakate werden anschließend an einer Pinnwand befestigt. (Dauer der Gruppenarbeit ca. 15 Minuten. Die Vorstellung dauert ca. 20 Minuten).

 

Daran knüpft ein weiteres Unterrichtsgespräch an, das von der Lehrkraft moderiert wird. Sie frägt die Jugendlichen, in welchem Zusammenhang sie selbst Demokratie kennen (z.B. in der Schule, im Betrieb und beim Staat) und wie diese Form der Staatsgewalt ausgeübt wird. Es ist möglich, noch weitere Zitate zur Demokratie mit den Schülerinnen und Schülern zu diskutieren. Die Zitate können auch als Arbeitsblatt ausgeteilt werden. Die Lehrkraft sammelt die verschiedenen Antworten der Jugendlichen und schreibt am Ende eine gemeinsame Definition von Demokratie an die Tafel. Unterstützend kann hier zusätzlich auch auf Folie 3 zurückgegriffen werden. (Dieser Abschnitt dauert üblicherweise ca. 20 Minuten).

 

Fakultativ kann – je nach Schwerpunktsetzung, Jahrgangsstufe und Zeitbudget – eine Vertiefungsphase in Form einer weiteren Gruppenarbeit angeschlossen werden. Die Gruppeneinteilung ist dieselbe wie vorher. Die Jugendlichen erarbeiten hier die verschiedenen Merkmale und Besonderheiten der Demokratie. Zum Beispiel vergleichen sie eine klassische und moderne Auslegung von Demokratie oder sie arbeiten die drei Grundtypen demokratischer Systeme und deren Unterschiede heraus. Möglich ist auch, Erfolge und Kritik von Demokratie zu beleuchten und das parlamentarische Regierungssystem der BR Deutschland näher zu betrachten. Hierzu erhält jede Gruppe von der Lehrkraft ein anderes Infoblatt (alternativ können auch alle Infoblätter an alle ausgeteilt und dann in Eigenregie durchgelesen werden) und versucht anschließend die wesentlichen Merkmale auf einem Plakat oder einer Folie niederzuschreiben. Die Ergebnisse präsentieren die Jugendlichen anschließend im Plenum.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Gruppenregeln für den Wochenkurs“ finden Sie hier als PDF.

 

Einen Überblick über die benötigten Materialien finden Sie hier:

  • Phase „Gruppenregeln“: Rollenkarten, Wandzeitung, Edding, Tesafilm (altern. Flipchart)
  • Phase „Demokratie und Europa I“ (Teil 1): Folie 1, DIN A3 Blätter, Eddings, Pinnwand, Nadeln oder Tesafilm, Tafel, Kreide, Folie 2 und 3
  • Fakultative Gruppenarbeit zur Vertiefung: Infoblätter, Folien oder Plakate, Folienstifte oder Edding

Sämtliche Materialien des Wochenkurses erhalten Sie komprimiert als Zip-Datei.