Konflikte erkennen und damit umgehen

Nach der Einführung in das Thema des Wochenkurses, die am Vormittag stattfand, beschäftigen sich die Jugendlichen am Nachmittag mit verschiedenen Arten von Konflikten und wie man damit umgehen kann. In Rollenspielen und Gesprächen denken die Schülerinnen und Schüler nach, wie sie in Konfliktsituationen angemessen reagieren können. Sie erkennen: in vielen Fällen können Konflikte konstruktiv gelöst werden, wenn man souverän und schlichtend eingreift.

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler befassen sich mit verschiedenen Formen von Konflikten und Gewalt und lernen, diese einzuordnen. Sie erhalten werden sich der rechtlichen Grundlagen des Themas „Hilfe bei Gewalt“ bewusst. Sie erarbeiten sich Möglichkeiten, wie sie deeskalierend bei Konflikten und Gewaltsituationen wirken können.

 

Ablauf

Die Einheit „Konflikte erkennen und damit umgehen“ dauert etwa 125 bis 150 Minuten. In einer etwa 10-minütigen Aufwärmphase bewegen sich die Schülerinnen und Schüler frei durch den Raum und ordnen sich auf Anweisung der Lehrkraft verschiedenen Gruppen zu (z. B. Engagement in der Schule, im Verein, in der Gemeinde). Während dieser Zuordnungsspiele werden bereits verschiedene Formen von Engagement angesprochen.

 

Anschließend sehen sich die Schülerinnen und Schüler einen Filmausschnitt zum Thema „Gewalt in der U-Bahn“ an. Im Gespräch im Plenum äußern sie sich zu Gewalt und diskutieren über mögliche Formen von Hilfsbereitschaft. Der Film und die Diskussion dauern i.d.R. etwa 25 Minuten.

 

Als nächstes folgt ein Zuordnungsspiel in der Gruppe: Die Jugendlichen erhalten Wortkarten, die Beispiele von Gewalt zeigen. Auf einer Skala von „keine Gewalt“ bis „Gewalt“ ordnen die Schülerinnen und Schüler nun die verschiedenen Wortkarten ein. Es bietet sich an, die Skala auf dem Boden der Turnhalle auszulegen. Danach diskutieren die Jugendlichen über ihre Einteilung und fragen sich: „Was ist Gewalt?“ und „Wo beginnt Gewalt?“ (Dauer: 20 Minuten).

 

In den folgenden 30 Minuten erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler anhand der UN-Menschenrechtscharta, des BGB sowie der Schulordnung Rechtsgrundlagen, die auf Plakaten schriftlich festgehalten werden. Die Jugendlichen präsentieren jeweils ihre Ergebnisse.

 

Anschließend folgt ein Spiel zum Gruppentraining mit dem Titel „Gemeinsam gegen Aggressis“. In zwei Ecken stehen die sogenannten Aggressis. Der Rest der Gruppe verteilt sich im Raum. Die Agressis versuchen, zueinander zu kommen und eine große Gruppe zu bilden, während die andere Gruppe genau dies verhindern muss. Wesentlich ist, dass vorher gemeinsam Regeln festgelegt werden, an die sich alle halten müssen. Außerdem werden zwei „Schiedsrichter“ bestimmt, die auf das Verhalten ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler achten (Quelle: Rosemarie Portmann „Spiele zum Umgang mit Aggression“).

 

Nach dem Gruppentraining befassen sich die Jugendlichen noch mit deeskalierenden Strategien und wenden diese dann in verschiedenen Simulationsspielen an (Dauer: ca. 25 Minuten). So üben sie sich in einem selbstbewussten und souveränen Auftreten. Zuerst werden Wortkarten mit Provokationen (Situationsbeispiele) aus der Schüler-Welt ausgelegt. Die Schülerinnen und Schüler dürfen diese mit eigenen Äußerungen ergänzen; dazu werden Zettel ausgeteilt, auf die die Jugendlichen Strategien schreiben, die deeskalierend wirken. Anschließend spielen die Schülerinnen und Schüler anhand von kleinen Sketchen Situationen aus dem Alltag durch, in denen sie deeskalieren sollen: Ein Klassenkamerad wird gemobbt, eine alte Frau unachtsam angerempelt. Hier üben die Schülerinnen und Schüler spielerisch, mutig und schlichtend einzugreifen.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Konflikte erkennen und damit umgehen“ finden Sie hier als PDF.