Rechtsextremismus II: Exkursion nach Gräfenberg

Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler am Vortag intensiv mit den Propagandatechniken der NPD auseinandergesetzt haben, treffen sie am Mittwochvormittag auf engagierte Bürgerinnen und Bürger des Bürgerforums Gräfenberg, die sich über Partei-und Konfessionsgrenzen hinweg zusammengeschlossen haben und sich friedlich, kreativ und erfolgreich gegen Naziaufmärsche wehren. Es wird deutlich: Engagement für ein tolerantes und buntes Miteinander lohnt sich!

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler setzen ihre Kenntnisse über das Weltbild der NPD und über das Demonstrationsrecht mit dem Wissen um die Gräfenberger Gemeindegeschichte in Beziehung. Sie können die affektive Betroffenheit der Gräfenberger Bevölkerung nachvollziehen und setzen sich kritisch mit deren Widerstandsaktionen auseinander. Die Jugendlichen zeigen einen kritischen Umgang mit Bild- und Textquellen wie auch mit Zeitzeugeninterviews. Die Schülerinnen und Schüler vergegenwärtigen sich mögliche Parallelen zwischen den Geschehnissen in Gräfenberg und ihren eigenen Wohnorten bzw. sind bereit, sich emotional mit den Gräfenberger Bürgern zu identifizieren.

 

Ablauf

Die Jugendlichen treffen auf einen Zeitzeugen des Bürgerforums Gräfenberg. Dieser gibt den Schülerinnen und Schülern am Bahnhof einen kurzen historischen Abriss zur NPD und zum Ort Gräfenberg. Diese Hinführung dauert ungefähr 20 Minuten.

 

Anschließend erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Rundgang durch den Ort Gräfenberg. Der Vertreter des Bürgerforums führt die Jugendlichen durch die Stadt und verortet die NPD Demonstrationen bzw. die Widerstandsaktionen. Einen weiteren Einblick in das Engagement des Bürgerforums erhalten die Jugendlichen durch die Photomappe der Bürgerinitiative. Im Rahmen der Führung besteigen die Schülerinnen und Schüler auch das Kriegerdenkmal, das die NPD immer wieder versuchte, für Propagandakundgebungen zu nutzen. Die Jugendlichen erkennen dabei, dass Extremismus kein Thema ist, das nur in den Medien stattfindet, sondern die Menschen ganz konkret betrifft. Der Rundgang dauert ca. 80 Minuten.

 

Danach folgt ein etwa 40-minütiges Unterrichtsgespräch, das von dem Vertreter des Bürgerforums geleitet und moderiert wird. Zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt werden die Umstände in Gräfenberg in den 2000er Jahren dargestellt. Anhand von Filmsequenzen des Bürgerforums, der Polizei und der Nachrichten erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in eine Zeit die geprägt war von Demonstrationen, Widerstand, Polizeieinsätzen und häufiger Medienberichterstattung.

 

Auf dem Rückweg führt der Vertreter des Bürgerforums die Schülerinnen und Schüler erneut durch Gräfenberg und erläutert, wie es heute nach den Demonstrationen der NPD weitergeht. Die Jugendlichen erkennen: Engagement für eine tolerante und pluralistische Gesellschaft lohnt sich.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Rechtsextremismus II“ finden Sie hier als PDF.

 

Die Kontaktdaten der Vertreter des Bürgerforums erhalten Sie über den zuständigen Ansprechpartner des Wochenkurses.

 

Für diesen Abschnitt werden sämtliche benötigten Materialien vom Bürgerforum zur Verfügung gestellt.