Partizipation II: Erstellen einer Gruppenverfassung

Im Anschluss an das erste Kennenlernen folgt nun eine Phase, in der die Schülerinnen und Schüler in gemeinsamer Abstimmung eine Gruppenverfassung erstellen, die alle Bedürfnisse wiederspiegelt. Dies schafft eine Wertegrundlage für das Miteinander während der Kurswoche.

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler spielen ein kreatives Spiel, das den kooperativen Umgang miteinander fordert und sie zum Nachdenken über das angemessene Verhalten in Gruppenphasen anregt. Daraufhin erstellen die Jugendlichen eigens eine demokratische Gruppenverfassung, die als Grundlage für die gesamte Kurswoche dient. Außerdem denken die jungen Menschen über ihre eigenen Vorstellungen hinsichtlich des Wochenkurses nach und formulieren ihre Erwartungen an die Kurswoche auf Moderationskärtchen.

 

Ablauf

Zu Beginn spielen die Schülerinnen und Schüler das „Buchstabenspiel“: Zu den vorgegebenen Buchstabenkombinationen UÖLKID, PDADKES, MUBSLKD, KLWAWEK sollen die Jugendlichen lustige und originelle Sätze bilden. Ein Beispiel für die Kombination GZSZ wäre: Gelbe Zwerge schlürfen Zitronensaft.

 

Daraufhin werden auch bekannte Abkürzungen präsentiert, wie zum Beispiel CSU, SPD, EDEKA, NATO, FCB, UNO usw. Im Plenum werden die Bedeutungen der Abkürzungen erläutert und die Schülerinnen und Schüler suchen auch hier in freier Assoziation nach witzigen Alternativen. Bei diesem Spiel kommen unter Anderem unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale (Offenheit, Kreativität, Spontaneität, Impulsivität…) zum Tragen.

 

Im Anschluss an das Spiel wird ganz bewusst eine gemeinsame Reflexionsphase angeschlossen. Sie regt dazu an, über die Verhaltensregeln im Gruppenspiel nachzudenken. Leitfragen wie „Wie zufrieden bist Du mit der Zusammenarbeit?“, „Wie bewertest Du Deine eigene Mitarbeit?“, „Wie seht ihr den Umgang untereinander?“, „Macht euch das erzielte Arbeitsergebnis zufrieden?“ Es wird deutlich: Jeder soll zum Zug kommen. Egal ob zurückhaltend oder selbstbewusst – jeder in unserer Gemeinschaft soll gehört werden und seine Meinung äußern können.

 

Diese Diskussion mündet in die konkrete Ableitung einer Gruppenverfassung. Empfohlen wird, eine ABC-Liste zur Frage „Was gehört zu einer funktionierenden Zusammenarbeit für die nächsten Tage?“ zu erstellen. Eine solche ABC-Liste liegt als Arbeitsblatt vor. Die konkreten Gruppenregeln werden durch den Gruppenleiter am Flipchart fixiert. Ganz Wesentlich ist hier, dass die Gruppenarbeit aus einer lebhaften Diskussion aller Schülerinnen und Schüler entstehen soll. Die Lehrkraft selbst hat lediglich eine moderierende und strukturierende Funktion. Für diesen Teil des Bausteins können Sie mit einer Dauer von ungefähr einer Stunde rechnen.

 

Nachdem die Jugendlichen ihre eigene Gruppenverfassung aufgesetzt haben, folgt erneut eine etwa 50-minütige Reflexionsphase, in der sie über ihre Erwartungen an die Kurswoche nachdenken. Die Schülerinnen und Schüler formulieren ihre Erwartungen und Wünsche auf Moderationskärtchen. Diese werden an einer Pinnwand gesammelt und geordnet. Möglich ist auch, die Anregungen in ein Raster von positiv bis negativ zu ordnen. Wichtig: Diese Pinnwand bleibt bis zum Ende des Wochenkurses stehen und bildet die Grundlage für die Feedbackrunde am Ende der Projektwoche.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Partizipation II“ finden Sie hier als PDF.