Landespolitik III: Planspiel zum Bayerischen Landtag

Nach der gemeinsamen Exkursion an den Bayerischen Landtag heißt es am Mittwoch: selber Politik machen! Im Planspiel schlüpfen die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Abgeordneten. Als „Parlamentarierinnen“, „Parlamentarier“ oder „Parteimitglieder“ formulieren sie ihre Meinungen und Positionen zu einem Gesetzesvorschlag und versuchen, sich in Fraktions-, Ausschuss-und Plenarsitzungen durchzusetzen. Und wenn es einmal nicht mehr weitergeht, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von CAP (Centrum für angewandte Politikforschung) den Nachwuchs-Parlamentsmitgliedern helfend zur Seite.

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in politische Prozesse sowie die parlamentarische Arbeit. Sie erwerben Handlungskompetenz im Kontext von Politik und erhalten wertvolle Einsicht in den Prozess der politischen Willensbildung.

 

Ablauf

Der Verlauf des Planspiels orientiert sich an den wesentlichen Stationen des Gesetzgebungsprozesses. Im Rahmen der Einführung in das vierstündige Planspiel bekommt jede Schülerin und jeder Schüler eine Mappe mit einem Steckbrief einer Person inklusive deren Parteizugehörigkeit, dessen Rolle es zu übernehmen gilt. In dieser Rolle setzen sie sich mit einem fiktiven, aber realitätsnahen Gesetzesentwurf (dem Szenario) auseinander. Dabei stehen verschiedene Themen zur Auswahl, wie zum Beispiel Jugendkriminalität, Schulreformen, Verbraucherschutz etc. Die Verteilung der Parteien richtet sich proportional nach der aktuellen Sitzverteilung im Landtag. Die Einführung und Einlesezeit beträgt zusammen etwa eine halbe Stunde.

 

Dann geht es mit der „ersten Fraktionssitzung“ unmittelbar los: Es werden Fraktionsvorsitzende gewählt und es erfolgt die Aufteilung auf die Ausschüsse und die Wahl einiger Schüler zu Ausschussvorsitzenden. Die Jugendlichen erarbeiten sich in verschiedenen Gruppen jeweils ihre Fraktionsposition für die Ausschussarbeit. Falls nötig, kann auch ein Koalitionsgespräch geführt werden. Die „erste Fraktionssitzung“ dauert ca. eine Stunde.

 

Anschließend erfolgt die „erste Lesung“ des Gesetzesentwurfs im Plenum: Die Sitzung wird durch den Alterspräsidenten oder die Alterspräsidentin unter Einbezug aller Formalitäten eröffnet. Es erfolgt die Wahl der Landtagspräsidentin oder des Landtagspräsidenten. Darüber hinaus werden Fraktions-und Ausschussvorsitzende vorgestellt. Hierfür liegen vorformulierte Reden bereit. Zuletzt wird der Gesetzesentwurf an die Ausschüsse überwiesen. (Dauer: ca. 15 Minuten).

 

Danach findet die „Ausschussarbeit“ statt: Etwa eine Stunde lang diskutieren die Ausschussmitglieder die Thematik und erarbeiten gemeinsam eine schriftliche Stellungnahme bzw. Beschlussempfehlung. Auch hierfür liegen Materialien bereit, die den Jugendlichen einen Orientierungsrahmen bieten.

 

Die „zweite Fraktionssitzung“ findet nach der Mittagspause statt. Nun erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler die jeweilige Fraktionsposition und bereiten eine Rede vor. Gegebenenfalls werden auch schriftliche Änderungsanträge aufgesetzt. Hier können die Jugendlichen auf ein Redemanuskript für eine Plenardebatte sowie auf einen Änderungsantrag zurückgreifen. Die Sitzung dauert ca. eine halbe Stunde.

 

Im Plenum erfolgt dann die „zweite Lesung“ des Gesetzesentwurfs (Dauer: ca. 20 Minuten): Hier bringen sich die Fraktionsvorsitzenden mit ihren Reden ein und es wird gemeinsam über die Änderungsanträge abgestimmt. Schließlich kommt es zur Schlussabstimmung, die das Planspiel offiziell beendet.

 

Mithilfe eines Auswertungsbogens können die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen im Planspiel schriftlich evaluieren. Auch eine mündliche Evaluation im Plenum ist denkbar.

 

Es sei darauf hingewiesen, dass sämtliche Materialien vom CAP zur Verfügung gestellt werden.

 

Hinweis: Bei der Durchführung der beschriebenen Module kann die Lehrkraft durch externe Experten unterstützt werden. Die Aufsicht und pädagogische Verantwortung bleiben bei den Lehrkräften.

 

Einen detaillierten Ablaufplan des Bausteins „Landespolitik III“ finden Sie hier als PDF.